„Eine Biografie sollte die Einzigartigkeit eines Menschen deutlich machen“.



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Juli 2017

NEU: Der attraktive Informationsflyer der Biografiemanufaktur. Bitte schicken Sie mir eine Nachricht an » info@biografiemanufaktur.de, ich sende ihn Ihnen gerne zu.


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Mai 2017

Gespräch mit Sibylle Auer, der Frau, die hinter der Biografie-Manufaktur steht.
Die Fragen stellte Claudia Uhr, CU PR, Pfaffenhofen b. München.



Wie kamen Sie auf die Idee, das Schreiben von Biografien für Privatleute anzubieten?
Lebensgeschichten gehörten schon immer zu meiner Lieblingslektüre. Und als Historikerin weiß ich ihre Bedeutung als Quellen zu schätzen. Ich habe mit großer Freude und Erfolg etliche Biografien im Auftrag von Verlagen geschrieben und fand irgendwann, dass die Lebensgeschichten von Privatleuten mindestens so spannend und interessant sind. Warum also nicht Zeitgeschichte auch im Privaten festhalten? So ging es los.

Was ist das Neue an Ihrer Idee?
Neu ist sie gar nicht, schon die alten Griechen kannten die Tätigkeit des Biografen. Das Neue oder Besondere bei mir ist, dass ich vom Büchermachen und vom Schreiben für Verlage komme und genau weiß, wie man aus einer Idee ein fertiges Buch macht. Dieses Know-how stelle ich auch privaten Auftraggebern zur Verfügung.

Was qualifiziert Sie dafür, als persönliche Biografin die Lebensgeschichten von Privatleuten zu schreiben?
Zum einen die Tatsache, dass ich Historikerin bin, mit Schwerpunkt Neuere und Neueste Geschichte. Und dann natürlich die Tatsache, dass ich seit mittlerweile über 30 Jahren als Lektorin Bücher mache und etliche Biografien im Auftrag von Verlagen selbst geschrieben habe.

Schreiben Sie für jeden Kunden, oder interessieren Sie besondere Geschichten und Charaktere?
Mich interessiert grundsätzlich jede Lebensgeschichte. Grenzen ziehe ich für mich, wenn das, wofür ein Mensch steht, nicht mit meinen persönlichen Überzeugungen übereinstimmt. Entscheidend ist für mich, dass ich mich gerne in die Persönlichkeit meines Kunden oder meiner Kundin hineinversetze, denn ich schreibe am Ende in seiner bzw. ihrer Sprache, wie eine Schauspielerin, die eine Rolle spielt. Deshalb muss mir die Rolle liegen.

Sie haben mehrere so genannte „Prominenten-Biografien“ verfasst. Was fasziniert Sie so an Lebensgeschichten „ganz normaler Menschen“?
Dass kein Leben wie das andere ist, und dass man aus jeder Lebensgeschichte für sich selbst etwas lernen kann. Mein Ehrgeiz ist dabei, die Lebensgeschichte eines Nicht-Prominenten so zu erzählen, dass sie sich genau so spannend liest wie die eines Prominenten.

Was ist der Unterschied zwischen „Prominenten-Biografien“ und denen von Privatpersonen?
Als Autorin unterscheide ich nicht zwischen den Lebensgeschichten von „Prominenten“ und „Nicht Prominenten“. Wirklich jede Lebensgeschichte ist spannend und einzigartig, selbst die scheinbar unbewegteste. Der Unterschied ist vor allem ein wirtschaftlicher: Ein Verlag erwartet sich von der Lebensgeschichte eines Prominenten Aufmerksamkeit und hohe Verkäufe. Bestimmte Aspekte seines Lebens sind deshalb zwangsläufig wichtiger als andere. Bei Biografien von Privatleuten fällt diese wirtschaftliche Komponente weg, die Bücher werden ja nicht im Handel vertrieben, sondern in der Familie und im Freundeskreis weitergegeben. Als Biografin kann ich deshalb in Privatbiografien auch scheinbar unwichtige oder sehr private Episoden erzählen, die bei einer Prominentenbiografie unter Umständen dem Rotstift zum Opfer fallen würden.

Warum hört man so selten davon, dass Privatleute ihre Lebensgeschichte aufschreiben lassen?
Weil diese Dienstleistung in Deutschland (noch) zu wenig bekannt ist. In Amerika gibt es das Berufsbild des „personal historian“ schon länger, und es ist viel verbreiteter. Doch auch hierzulande gibt es einen wachsenden Markt und damit ein wachsendes Angebot.

Was hat man ganz grundsätzlich davon, wenn man eine Biografie schreiben lässt?
Identifikation. Freude. Stolz. Erleichterung. Gelassenheit. Ein schönes Projekt, mit dem man sich beschäftigen kann. Und das Wissen, dass die eigenen Erfahrungen nicht verloren gehen werden.

Wie bringen Sie potentielle Kunden auf die Idee, dass es wichtig ist, ihre Biografie schreiben zu lassen?
Im Gespräch. Und durch die Weiterempfehlung zufriedener Kunden. Die Menschen müssen häufig erst einmal darauf gebracht werden, wie wichtig es für die nachfolgenden Generationen ist, Lebensgeschichten von Familienmitgliedern festzuhalten. Und dass man frühzeitig daran denken sollte, nicht erst dann, wenn es zu spät ist. Wie oft höre ich Sätze wie: „Meine verstorbene Großmutter/mein Großvater/meine Mutter/mein Vater hat mir so viel erzählt, ich bereue es, dass ich das nie aufgeschrieben habe. Heute erinnere ich mich nur noch an Bruchstücke, alles andere ist unwiederbringlich weg.“ Das muss nicht sein.

An wen wendet sich Ihr Angebot?
Ganz gezielt wende ich mich an das Umfeld, an die nächste Generation. Ich mache ihnen klar, wie wichtig es ist, dass sie die Menschen, die ihnen viel bedeuten - ihre Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Paten, Firmengründer - dazu bringen, ihre Biografie schreiben zu lassen, bevor die Betreffenden es nicht mehr können ... Aber grundsätzlich wendet es sich an alle, die das Anliegen haben, die Geschichte ihrer Familie oder ihres Familienunternehmens zu bewahren und weiterzugeben.

Jugendliche verdrehen häufig die Augen, wenn die Oma oder der Großonkel „von früher“ erzählen. Warum sollten sie sich plötzlich für eine gedruckte Biografie interessieren?
Klar, bis zu einem gewissen Alter findet man die Lebensgeschichten von Älteren meistens ziemlich uncool. Ich kenne jedenfalls kaum Jugendliche, die gespannt an den Lippen des Großvaters oder der Großtante hängen, wenn die aus ihrem Leben erzählen. Aber irgendwann, wenn diese Jugendlichen erwachsen sind und vielleicht selber Kinder haben, ist das Interesse plötzlich da. Dann sind der Großvater und die Großtante aber im Normalfall nicht mehr da, und ihre Geschichten sind ebenfalls weg oder werden bestenfalls in Bruchstücken als Histörchen innerhalb der Familie weitergegeben. Ob sie dann überhaupt noch stimmen, ist sehr fraglich, meistens werden sie zurechtgebogen oder ausgeschmückt. Ein Graus für Historikerinnen wie mich. Wie beruhigend ist es da, wenn im Regal ihre Biografien stehen – von ihnen selbst erzählt, sorgfältig recherchiert, gut geschrieben, gut zu lesen, mit Bildern, schönem Cover und allem Drum und Dran. Das nehmen dann irgendwann auch die Enkel gern zur Hand. Und darum geht es.

Schön und gut, wenn die Kinder möchten, dass ihre Eltern oder Verwandten ihre Geschichte aufschreiben lassen. Aber was, wenn die Betreffenden finden, sie seien doch nicht so wichtig, und ihre Lebensgeschichte ergäbe niemals ein ganzes Buch?
Dieser Einwand kommt häufig, gerade am Anfang eines Projekts. Wer findet sich selbst schon so bedeutend, dass seine Geschichte zwischen zwei Buchdeckel gehört? Die meisten Menschen sind ja zur Bescheidenheit erzogen. Da hilft nur reden und erklären, worum es geht. Wenn klar ist, dass es der Wunsch der Familie ist, wird auch der Sturste irgendwann weich. Sobald diese Hürde genommen ist, wird ihm das Projekt sogar Spaß machen, so jedenfalls meine Erfahrung.

Wie viel Arbeit hat derjenige, dessen Lebensgeschichte Sie aufschreiben, selbst damit?
Wenig, denn um das meiste kümmere ich mich. Er oder sie sollte Zeit für die Interviews erübrigen und sich Zeit nehmen, das Manuskript zu lesen und die Fotos auszuwählen.

Warum sind Biografien gerade heute so wichtig? Es gibt doch jede Menge Informationen zu Privatpersonen im Netz!
Gerade im Zeitalter der Digitalisierung sind solche Dokumente unersetzlich. Wer garantiert Ihnen, dass Informationen, die Sie ins Netz gestellt haben, in fünfzig oder hundert Jahren noch abrufbar sind? Und hat Ihre Großmutter, hat Ihr Vater ein Facebook-Profil oder eine Website? Informationen im Netz sind extrem flüchtig und unstrukturiert. Sie ersetzen keine individuell und zusammenhängend geschriebene Biografie, sie ergänzen sie höchstens.

Auf welche Qualifikationen sollte man achten, wenn man einen Biografen bzw. eine Biografin beauftragt?
Es gibt keine vorgeschriebenen Qualitätsstandards und keine Ausbildung. Jede/r, der einigermaßen zuhören und schreiben kann, kann sich Biograf oder Biografin nennen. Natürlich sollte der Biograf oder die Biografin gut schreiben können und das mit Beispielen belegen können. Ganz entscheidend ist, zusätzlich zur fachlichen Qualifikation, die persönliche Sympathie, denn man arbeitet eng zusammen und vertraut seinem Biografen unter Umständen sehr intime Dinge an. Und der Biograf bzw. die Biografin sollten wissen, wie aus dem Manuskript ein professionelles, schönes Buch wird, denn dafür sind viele Schritte und auch zusätzliche Dienstleister wie Layouter, Grafiker und Druckereien notwendig. Lassen Sie sich auch dafür Beispiele zeigen.

Wie findet man als Kunde die Biografie-Manufaktur?
Wer eine Biografie oder Autobiografie schreiben lassen möchte, sucht normalerweise im Netz nach einem Lektor, einem Ghostwriter oder Journalisten und hofft, dabei jemanden zu finden, der auch Biografien schreiben kann. Aber nicht jeder Lektor, Ghostwriter oder Journalist hat automatisch Erfahrung als Biograf. Bei der Suche stößt man sehr wahrscheinlich irgendwann auch auf die Biografie-Manufaktur. Oder man hat das Glück und bekommt eine persönliche Empfehlung. Bei mir ist Letzteres die Regel.

Welche Werbung betreibt die Biografie-Manufaktur, um Kunden zu gewinnen?
Ich betreibe keine aktive Werbung, da ich bewusst alles selber mache und keine Mitarbeiter beschäftige. Meine Kunden kommen meist über persönliche Empfehlung. Zudem kann ich nur wenige private Biografieprojekte im Jahr annehmen, denn ich verwende auf jedes die größtmögliche Sorgfalt. Meine Biografien sind wertvolle „Handarbeit“, keine Mengenware.

Last but not least: das liebe Geld. Man ahnt es schon, dass so eine private Biografie eine gewisse Investition bedeutet, wenn man sie von einem Profi wie Ihnen schreiben lässt. Was raten Sie Menschen, die sich für Ihre Dienstleistung interessieren?
Überlegen Sie sich, was Ihnen das Projekt wert ist. Versuchen Sie abzuwägen, wofür Sie Geld ausgeben, und was Sie dafür bekommen. Sie werden erstaunt sein, wie wenig von dem, was Sie kaufen, wirklich von Dauer ist. Das Meiste verfliegt, vergeht, gerät in Vergessenheit, altert, geht kaputt, wird zu klein, kommt aus der Mode ... Das summiert sich im Lauf der Zeit. Ein Buch und das, was darin festgehalten ist, hat dagegen eine Haltbarkeit von vielen Jahrzehnten, vielleicht sogar Jahrhunderten, und ist auf der Zeitachse das Einzige von einem Menschen, das echt Bestand hat. So gesehen ist eine Biografie eine der besten und wertbeständigsten Investitionen, die Sie für sich und Ihre Familie tätigen können.